Besonderheiten
der Schmerzempfindung

 

Schmerz-Leitung und Schmerz-Verarbeitung

Werden die Nervenfasern (Axone) schmerzleitender Nerven mechanisch (durch Druck oder Zug) oder chemisch (durch Entzündungen) gereizt, schicken die Nervenzellen intensive elektrische Signale in Richtung Rückenmark. Das Rückenmark transportiert die Signale zum Gehirn, wo sie in der zentralen Schmerzverarbeitung, dem sogenannten somato-sensorischen Rindenfeld (äußerer grauer Saum in der mittleren Gehirnregion mit ca. 6 bis 8 Milliarden Nervenzellen) eintreffen. Dort sind alle Körperorgane abgebildet wie Länder und Kontinente auf einem Globus.

So ist praktisch jede Nervenfaser und Nervenzelle der Peripherie mit einer bestimmten Nervenzelle im Rindenfeld verbunden. (Peripherie sind alle Gewebe außer Rückenmark und Gehirn). Das Rindenfeld „sieht“ damit sehr genau, wo in der Peripherie eine Schmerzfaser gereizt wird. So entsteht aus elektrischen Signalen gereizter peripherer Nerven durch bildhafte Auswertung eine genaue Vorstellung über Ort, Ausdehnung und Intensität von Schmerzen (Zielprojektion). Diese Vorgänge der Schmerzempfindung erzeugen im Zusammenwirken mit anderen Hirnregionen schließlich das Schmerz-Bewusstsein.

Weil es bei der Signalverarbeitung im Rindenfeld nur darauf ankommt, welche Nervenfaser der Peripherie ein intensives Signalmuster aussendet und nicht, an genau welcher Stelle eine Nervenfaser gereizt wird, kann z.B. bei Spannungs-Kopfschmerzen zwischen dem empfundenen Schmerzort im Stirn-/Schläfenbereich (am Ende einer Nervenfaser des großen Hinterhauptsnerven) und dem Schmerzentstehungsort im Genick, in dessen Gebiet die zugehörige Nervenzelle liegt, eine beträchtliche Distanz bestehen.

Der subjektive Eindruck von der Schmerzlokalisation ist demnach immer eine Schmerz-Projektion zum Nervenfaserende, unabhängig vom Ort der Nervenfaserreizung, dem eigentlichen Ort der Schmerzentstehung.

Ein typisches Beispiel dafür ist der Phantomschmerz, bei dem der Betroffene Schmerzen in Gliedmaßen empfindet, die z.B. infolge einer Amputation nicht mehr vorhanden sind. Die Schmerzen werden durch eine (gutartige) Wucherung am noch vorhandenen Nervenstumpf erzeugt. Die darin enthaltenen Schmerz-leitenden Nervenfasern werden durch die Wucherung gereizt und erzeugen damit das subjektive Schmerzempfinden noch vorhandener Gliedmaßen (Phantom-Effekt).

 

 

 

Spannungskopfschmerzen 15

 

 

 

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