Unterschiedliche Mechanismen

Man unterscheidet toxische Unverträglichkeiten (z.B. Pilzvergiftungen, Fisch- und Fleischvergiftungen) und nicht toxische Unverträglichkeiten.

 

 

Zu den nicht toxischen Unverträglichkeiten gehören die immunologischen Reaktionen (Reaktionen unter direkter Mitwirkung des Immunsystems), darunter die echten Nahrungsmittel-Allergien, die aber nur ca. 2% bis 3% aller Unverträglichkeits-Reaktionen ausmachen, und die Gluten-Unverträglichkeit.

Zu den nicht immunologischen Reaktionen gehören die Milchzucker- und Fruchtzucker- sowie Histamin-Unverträglichkeiten, die auf angeborenen, häufiger jedoch erworbenen Enzym-Defiziten (Enzymopathien) beruhen. Das heißt, dem Körper fehlen die Enzyme, die er braucht, um Milchzucker oder Fruchtzucker oder Histamin zu spalten, oder er hat nicht genug Enzyme dafür zur Verfügung um sie vollständig zu spalten. Ebenfalls zu den nicht immunologischen Unverträglichkeiten gehören die direkten Reaktionen auf sogenannte biogene Amine (Tryptamin, Phenylethylamin, Tyramin, Serotonin) in Tomaten, Schokolade, Käse, Bananen, Nüssen sowie auf Glutamate (Geschmacks-verstärker).

Schwerwiegende Symptome können auch die zu den nicht immunologischen Reaktionen zählenden pseudo-allergischen Reaktionen auslösen. Sie können durch Inhaltsstoffe in Früchten (Erdbeeren, Äpfeln, Aprikosen), durch Konservierungsstoffe wie Benzoesäure, durch Säuerungsmittel, Farbstoffe und Emulgatoren ausgelöst werden. Schwerwiegende, zum Teil tödlich verlaufene pseudo-allergische Reaktionen sind von Acetylsalicylsäure (ASS) bekannt geworden. Die Symptome der pseudo-allergischen Reaktion können sich wie bei einer echten Allergie entwickeln und haben auch einen vergleichbaren Verlauf.

 

 

 

Besonderheiten bei Patienten mit Migräne
und Spannungs-Kopfschmerzen

Langjährige Migräne-Patienten und Patienten mit Spannungs-Kopfschmerzen haben nach häufigem Gebrauch peripher wirksamer Schmerzmittel (NSAR-Präparate), sei es als Einzelpräparate oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen nicht selten weitreichende Probleme im Zusammenhang mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.

 

Das heißt, die von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten ausgelösten Migräne-artigen Kopfschmerzen sind Symptome einer Darm-Funktionsstörung mit sehr komplexen, bisher wenig bekannten Zusammenhängen.

NSAR-Präparate sind Nicht-steriodale Anti-Rheumatika. Das bedeutet, sie enthalten kein Cortison (nicht-steroidal) und sind wirksam gegen schmerzhafte entzündliche rheumatische Erkrankungen z.B. der Gelenke, aber auch gegen Schmerzen in anderen Geweben, hier vor allem Schmerzen in der Muskulatur. Die gegen Kopfschmerzen am häufigsten verwendeten Präparate dieser Art sind Acetysalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol. Sie alle sind sogenannte Prostaglandin-Synthese-Hemmer.

Langjähriger und häufiger Gebrauch von Prostaglandin-Synthese-Hemmern führt zu einer primären Schädigung des Magens und oberen Dünndarms. Was diese Medikamente im Gewebe an Schmerzlinderung oder Schmerzbefreiung bewirken, können sie entsprechenden Schaden in Magen und Darm anrichten.

Prostaglandin-Synthese-Hemmer können die von den Gewebs-Prostaglandinen des Typs E2 ausgelösten schmerzhaften Entzündungen in den meisten Fällen wirksam unterdrücken und gleichzeitig auch die damit verbundenen Schmerzen.

 

In Magen und Darm dagegen, wo vor allem Prostaglandine des Typs E1 gebildet werden, wirken diese Prostaglandine entzündungs-hemmend. Wenn deren Synthese gehemmt wird, verlieren Magen und Darm diesen Entzündungsschutz. Da nach oraler Einnahme von Schmerzmitteln die höchsten Konzentrationen im Magen und im oberen Dünndarm (Duodenum, Jejunum) auftreten, ist dort auch deren schädigende Wirkung am größten.

 

 

 

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